Sprachverlust / Aphasie

Durch Schädigung des zentralen Nervensystems (z.B. Hirninfarkt) ausgelöste Sprachstörung. Ausprägung und Symptomatik können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Die Betroffenen können oft die von Ihnen gehörte Sprache nicht mehr korrekt verstehen, sich selbst nicht richtig äußern und zeigen meist auch Störungen im Lesen, Schreiben und Rechnen.

Das Ziel der Therapie ist die Aktivierung, Verbesserung und Aufrechterhaltung der Alltagskommunikation, damit die Betroffenen sich mit größtmöglicher Selbstständigkeit am täglichen Leben beteiligen und mitteilen können.

Dysphagien / Schluckstörungen

Dieses Störungsbild kann bei Erwachsenen und Kindern jeden Alters auftreten. Ebenso vielfältig können die Ursachen dafür sein. Durch neurologische Erkrankungen wie z.B. Morbus Parkinson, der multiplen Sklerose oder Hirninfarkt, ebenso wie nach operativen Eingriffen im Mund- oder Kehlkopfbereich, z.B. bei Krebserkrankungen.
Die Beweglichkeit der Mund- und/oder Schluckmuskulatur, wie auch die Sensibilität und Koordination in diesem Bereich sind eingeschränkt und verhindern oder beeinträchtigen die Nahrungsaufnahme. Dies kann schwerste Konsequenzen nach sich ziehen, wie z.B. Sondenernährung, Lungenentzündungen und nicht zu vergessen der Verlust von Lebensqualität.

Facialis-Paresen / Gesichtslähmung

Die Fazialisparese ist eine Lähmung des Gesichtsnervs Nervus facialis (VII. Hirnnerv). Nach einer Schädigung dieses Hirnnervs kommt es zu einer Gesichtslähmung, die sich auf die gesamte mimische Muskulatur auswirken kann. Die betroffene Gesichtshälfte ist dann dabei gelähmt. Es kommt zu Störungen des Lid- und Mundschlusses, der Tränen- und Speichelsekretion und auch des Geschmacksempfinden. Die Betroffenen bemerken im Spiegel als erstes eine Gesichtsasymetrie und Sprechstörungen.

Man unterscheidet anhand der Stelle, an welcher der Nerv geschädigt ist, zwischen der zentralen Form und der peripheren Form der Lähmung des Nervus facialis. Oft ist eine eindeutige Krankheitsursache nicht zu erkennen, neben Entzündungen im Bereich des Nerves kommen als mögliche Ursachen auch Herpesinfektionen, Durchblutungsstörungen, Tumore und Unfallverletzungen in Frage.

Rhinophonien / Rhinolalien (Näseln)

Bei der Rhinophonie / -lalie ergibt sich eine Veränderung des Stimmklangs und der Artikulation, da die Luft beim Sprechen zu wenig oder zu viel durch die Nase entweicht. Die Laute die normalerweise im Nasenraum gebildet werden sind das [m], das [n] und das [ng]. Es kommt dabei dann zu Lautveränderungen und / oder Verschiebungen, beim offenen Näseln sind auch andere Laute betroffen.
Es gibt also verschiedenen Arten des Näselns, das offene, das geschlossene und das gemischte Näseln.
Zugrunde liegend ist meist eine Fehlfunktion des Gaumensegels, das durch verschiedene Muskeln bewegt wird und so die beim Sprechen entweichende Luft durch den Mund oder die Nase entweichen lässt. Häufigste Ursachen sind z.B.: Lippen-, Kiefer- Gaumenspalten, Verletzungen des Gaumensegels nach Operationen im Mund- und Nasenraum (Schonhaltung), angeborene Gaumensegelschwäche oder Gaumensegelverkürzung.
Die Logopädische Therapie umfasst bei dieser Störung die Stärkung der betroffenen Muskulatur, die Anbahnung einer korrekten Luftstromlenkung, Wahrnehmungsübungen, Stimm- und Artikulationsübungen.

Laryngektomie - Kehlkopfentfernung

Im Rahmen einer lebensrettenden Krebsbehandlung oder auch seltener infolge eines Traumas, kann es aus medizinischer Sicht notwendig sein, den Kehlkopf operativ zu entfernen. Der Patient wird dadurch stimmlos.

Dysarthrie

Hierbei handelt es sich um eine neurologisch bedingte Sprechbewegungsstörung, die z.B. durch Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerosem oder Multisystematrophie hervorgerufen werden kann.
Es treten Störungen der Aussprache, der Stimmgebung, der Sprechatmung, des Sprechtempos und der Sprechmelodie auf.
Die die Sprechweise der Betroffenen ist häufig charakterisiert durch eine verwaschene, undeutliche Aussprache, eine gepresste oder leise, heisere oder rauhe Stimme. Oft erscheint das Sprechen klanglos und monoton, wobei das Sprechtempo erhöht oder herabgesetzt sein kann.

Stimmstörungen / Dysphonien

Im Bereich der Stimmerkrankungen unterscheidet man zwischen den funktionellen und den organischen Störungen.
Bei den organischen Stimmstörungen liegen die Ursachen in organischen Veränderung im Bereich des Stimmapparates wie z.B. Stimmlippenknötchen, Entzündungen, Ödeme, Veränderungen durch Unfälle oder Operationen, Lähmungen oder Teilentfernungen der Stimmlippen - im schwerwiegendsten Fall Kehlkopfentfernungen - bei Kehlkopfkrebs.
Den funktionellen Stimmstörungen liegen keine organischen Veränderungen zu Grunde. Das Schwingungsverhalten der Stimmlippen ist gestört und somit die volle Funktions- und Tragfähigkeit der Stimme nicht mehr gegeben. Diese Erkrankung, verursacht z.B. durch ungünstigen oder falschen Stimmgebrauch, tritt vor allem bei Berufssprechern (Lehrern, Erziehern, Call-Center-Mitarbeiter etc.) auf. Weiter Gründe für eine solche Störung können auch in einer stimmlichen Überlastung, psychischen, sowie negativen Umweltbedingungen zu finden sein.
Durch eine fehlende Behandlung kann aus einer funktionellen Stimmstörung eine organische Erkrankung resultieren.

Stottern / Poltern

Stottern äußert sich in Form von unfreiwilligen Wiederholungen von Lauten und Silben sowie als Dehnungen oder Blockierungen von Lauten (Stecken bleiben vor oder in einem Wort), wobei Zeichen von Anstrengung sichtbar oder hörbar sein können. Sie stellen das eigentliche Stottern dar. Dabei verlieren Stotternde für einen Moment die Kontrolle über den Sprechablauf, obwohl sie genau wissen, was sie in diesem Moment sagen wollen. Stottern ist also keine Sprach-, sondern eine Sprechstörung.

Bei Poltern ist die Verständlichkeit des Gesprochenen durch eine phasenweise überhöhte Sprechgeschwindigkeit, mit Auslassungen und Verschmelzungen von Lauten, Silben oder Wörtern, beeinträchtigt. Außerdem treten viele Satzabbrüche, Umformulierungen und Floskeln sowie stotterähnliche Redeunflüssigkeiten auf, so dass trotz des Eindrucks von hoher Sprechgeschwindigkeit oft nur wenig Inhalt vermittelt werden kann. Die Symptomatik macht sich auch in der Schriftsprache bemerkbar.

Apraxien

Als Apraxie bezeichnet man die Unfähigkeit Körperteile für gezielte Einzelbewegungen sinnvoll zu benutzen, wobei keine Lähmung der betroffenen Körperteile vorliegt.
Bei Apraxien im Gesichtsbereich (buccofaciale Apraxie) ist überwiegend die linke Hirnhälfte betroffen, in der auch das Sprachzentrum liegt und man sie deshalb auch häufig nach Schlaganfällen bei gleichzeitiger Aphasie diagnostiziert.
Die Patienten können nach Aufforderung z.B. nicht die Zunge herausstrecken, es hat den Anschein, dass dies eine für sie unbekannte Bewegung sei, die nur unter Anstrengung ungeschickt gelingt.
Apraxien sind sehr alltagsrelevante Störungen, da sie die Koordination von Sprechbewegungen meist in hohem Ausmaß behindern und auch den Schluckvorgang betreffen können.

Tracheostoma mit Kanülenversorgung

Ein Tracheostoma ist eine operativ angelegte Öffnung der Luftröhre, der so genannten Trache, nach außen. Unterschieden wird zwischen einem definitivem (endgültigen) und einem passageren (zeitlich begrenztem) Tracheostoma.